Zen und die Kunst mein Leben zu führen

Willkommen in meinem Leben. Es ist nicht immer einfach mit mir, aber wem sage ich das ...

13.2.10

Da unten ...

Bei der Recherchearbeit für eine witzige, wenig innovative aber vielleicht sehr lukrative Geschäftsidee, bin ich mal wieder auf ein bislang ungelöstes Problem(chen) in unserer Familie gestoßen. Es geht um "da unten ..."

Wie der geneigte Leser weiß, habe ich zwei Töchter und einen Sohn. Manchmal, wenn der Sohnemann gewickelt wird, packt er seinen Schniedel und zieht wie wild daran, wie am Mundstück eines Luftballons. Auf den Hinweis der besorgten Eltern "Ben, tu das nicht, das tut doch weh!", quietscht er begeistert "Au, au!" und zieht gleich noch fester. Das führt natürlich zu allgemeinem Gelächter, vor allem bei meinen Mädels.
Dabei fällt mir mal wieder auf, dass "da unten" bei uns Jungs ganz natürlich einen "Spitznamen" hat (z.B. Schniedel). Bei den Mädels fällt uns das schon viel schwerer. Wir sagen "Scheide", obwohl uns klar ist, dass das anatomisch nicht korrekt ist und gestelzt klingt. Und wir sagen Schamlippen, obwohl ich der Meinung bin, dass dieser Teil des Körpers mit Schämen nichts zu tun haben sollte. Wie wäre es mit Venuslippen? Bei einem "wie sage ich's meinem Kinde"-Abend, den Heike und ich vor Jahren im Kindergarten besuchten, wurde vorgeschlagen "Muschi" zu sagen. Zudem wurde empfohlen Bezeichnungen wie "Pipi" zu vermeiden, denn letztlich sei die Abgabe von Urin nicht die einzige Aufgabe für die männlichen und weiblichen Geschlechtsmerkmale. Heike findet Muschi aber ordinär.

Dass Heike mit ihrer Meinung nicht alleine ist und auch unsere Wortlosigkeit ein verbreitetes Problem ist, zeigt dieser Artikel in welt.de:
Doch schon taucht die nächste Frage auf: Wie nennt man es? Vulva ist korrekt, aber klingt für manche Ohren irgendwie seltsam. ?Wie eine Mischung aus Volvo und Vulkan,? begründete Sexualforscher Günter Amendt in dem legendären Buch ?Sexfront? seine Abneigung gegen das Wort.
Weiter auf welt.de: Vulvalogie: Das Mysterium des weiblichen Sexualorgans

Bei der Abstimmung auf der Seite hat sich eine Mehrheit für "Möse" ausgesprochen. Zumindest gibt es zu diesem Begriff einen lustigen Spruch ("... ist böse meist."). Und mit Humor geht ja bekanntlich alles leichter.

Die Geschäftsidee? Die bleibt natürlich geheim, bis ich sie erfolgreich umsetze oder sie auf den hohen Stapel nicht realisierter Geschäftsideen kommt.

Labels: , ,

2.2.10

Lust und Frust bei Menschen mit Behinderung

Menschen mit Behinderung und ihr Sexualleben ? ein schwieriger Spagat zwischen ganz natürlichen Wünschen und vielen Tabus und Barrieren.
Interessanter Podcast auf Bayern2: Lust und Frust bei Menschen mit Behinderung

Labels: , , ,

6.1.10

Das unbekannte Leiden: Scheidenfisteln

Es gibt Themen, die gehen mir immer wieder an die Nieren - auch als Mann. Eines dieser Themen ist die Beschneidung weiblicher Genitalien. Ein anderes hat mir überraschend den heutigen Abend versaut, denn ich habe diesen Podcast über Scheidenfisteln gehört (bis ich ihn ausschalten musste).
Ein solches Mädchen hat Wehen über drei, vier, fünf Tage ? bis das Baby stirbt und dessen Schädel wegen des nachlassenden Innendrucks kollabiert. Der tote Körper kann jetzt den Mutterleib verlassen und liegt anschließend im Staub neben der Mutter, deren aufgerissener Körper ungeschützt den Elementen ausgesetzt ist. ? Sehr oft stirbt die Frau dann an einer Blutvergiftung; oder sie erliegt einer Embolie. Und für die meisten, die überleben, wäre es besser gewesen, sie wären gestorben.
Es geht um die Scheidenfistel, eine bei uns fast unbekannte Folge dramatischer Schwierigkeiten bei der Entbindung. Dieses Schicksal trifft vor allem sehr junge, mangelernährte Mütter in den ärmsten Regionen dieser Welt. Nach den körperlichen Qualen kommen die seelischen. Sie verlieren nicht nur ihr Kind, sondern auch ihre Menschenwürde.

Neben nachträglichen operativen Maßnahmen sind wohl die besten Gegenmittel politische Einflussnahme und sexuelle Aufklärung um Schwangerschaften von Teenagern zu verhindern.

Ich für meinen Teil habe jetzt erst einmal die "Deutsche Stiftung Weltbevölkerung" mit einer Spende unterstützt.

Link:
>> BR-Online: Das unbekannte Leiden: Fistula zerstört das Leben von Millionen Frauen

Nachtrag (22.02.2010): Wenn man angesichts der oben geschilderten Leiden liest, was sich Frauen in "zivilisierten" Ländern dieser Welt freiwillig antun, fehlen einem die Worte: The 6 Weirdest Things Women Do to Their Vaginas.

Labels: , , , , ,

18.12.09

Why women have sex

Wie, wann, wo, mit wem, womit. So viele Fragen sind in diesem Zusammenhang schon gestellt und wissenschaftlich erforscht worden. Erst jetzt kommt ein Buch (von Cindy Meston und David Buss), das der Frage nach dem "Warum" nachgeht.

According to a new book, there are 237 reasons why women have sex. And most of them have little to do with romance or pleasure.
Die lesenswerte Buchbesprechung hier auf The Guardian. Lesenswert sind aber auch die Kommentare, die das Buch kritisieren.

Labels: ,

18.10.09

Die Lust zurückholen

Dass das Fernsehen die Menschheit aussterben lässt, wissen wir ja schon länger (Philip Longman - "The Depopulation Problem"), es kann aber auch ein Grund für naheliegendere Probleme sein:

Aus Regina Lynns Yahoo Gruppe:

Frage:
I'm in the best shape of my life but my wife doesn't find me remotely attractive. I think I know what I have to do, but after 27 years I haven't got the vaguest idea what to do first, next? Anybody have any advice?
Regina Lynn:
I agree with the other responses that your course of action depends in large part on the reason she's "not attracted."

Physical causes like depression, menopause, illness, fatigue, hormone imbalance, medication (including birth control pills), etc. can be addressed by going to a good doctor.

Emotional causes like boredom, anger, past sexual trauma, trouble in the relationship, probably call for a good counselor.

Habitual causes like watching TV together in those last waking hours after all chores are taken care of, or doing an early morning run when one's partner's horniest hour is early morning, etc. can be addressed by committing to replacing one schedule habit with another.

And then there are the other parts, like a secret fetish, kink, or fantasy that one partner needs but for whatever reason does not share with the other.

I hate to give advice, because I never feel like I know enough, even about things I have researched exhaustively. I know that some "simple" things that have worked include:

- throwing away the tv (but be careful as some marriages only work because of shared tv, lol)

- reading, watching, or listening to erotic content together

- taking a workshop at a place like babeland, good vibrations, hustler, or other adult retail store & sex ed place (by sex ed i mean "how to do stuff" more than "how biology works")

- trying something kinky, role playing, going on dates to sexy destinations, taking a weekend at a B&B that suits your tastes (warning: most are frilly victorian but not all!)

- scheduling sex and committing to using that time for sex only - which does not have to mean intercourse

- trying new toys (for both of you)

- flirting by text, flirting in public on social media sites, flirting in IM

There are several books on this topic, in the self-help and sexuality section, and while a lot of them are crap (in my opinion), some are good. You'd have to look through and see what ones appeal to your personality and situation.

And none of this will "fix it" if your wife doesn't want to want to change, so that's an obstacle that takes a lot of emotional fortitude to address.
But I believe it is our responsibility in a partnership -- whether married, monogamous, poly, traditional, or totally weird -- to try to align sexually and to commit to making sex a priority. I don't mean a priority as in setting quotas, but truly acknowledging that sex is essential to a relationship (leaving out the whole 'asexual' thing here).

Sex erases all those little annoyances and disagreements that can arrive from living together, relieves stress including relationship stress, adds to health and wellbeing and to the emotional, mental, and spiritual bond as well. Once upon a time I thought sex was an "extra" but that the relationship was really those other three things -- and when I finally did learn that i was wrong, I was mortified.

Good luck and if you want to give more detail, either on list or privately, that's fine.

"Opening" the relationship and seeing other people is generally NOT a good idea at this juncture, if you want to keep the marriage together.

-- personal note --
I know from personal experience that if a person commits to just getting started, that the desire eventually follows the action. But the person has to WANT to try, has to WANT to endure those 5 - 30 minutes until the blood starts to flow, etc. I have literally told myself, out loud, that "worst case I'll be bored, but I'm not going to DIE," and made myself get started.
Almost always, the desire shows up along with the physical arousal (which is one reason Viagra works for some women some or all of the time).

Now, in my case, there was no marriage involved, so if the desire (or the arousal) NEVER happened, I didn't need to go to bed with that person again.

I have been the person who did not uphold that responsibility or commitment, and I spent almost a decade being scared and disinterested and my patient, patient then-husband helped me through a lot of stuff, and my one regret about our entire 13 years together is that it took me so long to get interested and even enthusiastic about sex. It took a lot for me to make that change but the first thing, as the cliche goes, was to WANT to WANT to want.
--

I really hope this helps! I know both men AND women in your situation, and
it's really painful and suckie. But it is not inevitable or un-resolvable.

Labels: , ,

20.5.09

Internetfilter und gegen was sie helfen

Als Vater und Mensch ist klar, jedes Mittel muss genutzt werden um Gewalt gegen Kinder einzudämmen, allem voran sexuelle Gewalt. Als ehemaliger Internet Service Provider weiß ich, dass einfache Internetfilter dafür ungeeignet sind.

Welche Möglichkeiten es gibt und wer tatsächlich von Filtern profitiert erfährt man in einem guten Podcast von B2 IQ Wissenschaft und Technik.

Labels: , , , , , ,

17.3.09

Weibliche Sexualität / Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

Aus Bayern2Radio - IQ - Wissenschaft und Forschung zwei Podcasts zu aktuellen Frauenthemen:

Kinsey, Kolle, die 68er und die Pille stehen bis heute für sexuelle Befreiung. Aber wie frei sind Frauen in ihrer Sexualität wirklich?
  • Schamlippenkorrektur und G-Punkt Tuning
  • Weibliche Lust
  • Scham und Tabus heute
  • Sexueller Frust
  • Kulturelle Normen
>> Weibliche Sexualität

Die Wahrheit über Gebärmutterhalskrebs, die Vorsorge und die Impfung für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren.

>> Gebärmutterhalskrebs

Labels: , , , ,

23.2.09

Sexting - Mit 13 vor Gericht

Zu den zahllosen Möglichkeiten, sich selbst schon im Kindesalter den Rest des Lebens nachhaltig zu versauen, ist eine weitere gekommen: Herstellung und Verbreitung von Kinderpornographie. Und das aufgrund einer gefährlichen Mischung von pubertärer Neugier, Naivität und Unwissenheit.



Handy und Internet machen es möglich. Kinder und Jugendliche, die sich selbst nackt in lasziven Posen fotografieren und diese Bilder weitergeben, gehen zwei erhebliche Risiken ein: Einerseits werden diese Bilder früher oder später "in die falschen Hände" geraten und somit zu Mobbing und massiven gesellschaftlichen Problemen führen. Vielleicht schon in der Schule, vielleicht auch erst später. Andererseits kann man - zumindest in den USA - auch schon als Kind für die Herstellung und Verbreitung von Kinderpornographie belangt werden.
What's more disturbing -- that teens are texting each other naked pictures of themselves, or that it could get them branded as sex offenders for life?
Der ganze Artikel auf salon.com.

Und selbst wenn man rechtlich ungeschoren davon kommt (das Risiko für eine Anklage dürfte eh ziemlich gering sein), das Internet vergisst nicht (und hier liegt das eigentliche Problem). Die Online-Reputation ist schneller zerstört als aufgebaut. Dabei werden peinliche Party-Fotos von alkoholbedingten Aussetzern irgendwann als "Jugendsünden" akzeptiert. Öffentliche Nacktbilder - vor allem von Frauen - "verjähren" nicht ...
Let me get this straight: Today's teenagers, who are products of the electronic age, still don't understand the permanence of a digital record?
I've been reading with prescient horror about "sexting," the 21st-century equivalent of getting to third base. Sexting may not be new, but its potentially deadly consequences are in the news. A little background:
Sexting is act of sending, by text or by email, boudoir pictures of yourself to a girlfriend or boyfriend, the one who is, like, for sure marrying you after high-school graduation. For my generation, it might seem as naughty as flashing your boyfriend during a Flock of Seagulls concert. The only harm back then: his teammates would find out, and you'd avoid the cafeteria for a week.
The act of emailing nude pictures of your underage friend can bring charges of child pornography. And that little felony can ruin your life.
What's happening now is much more dangerous, and... wait for it... possibly felonious.
When dream boy cuts a girl loose (or vice versa), he still has her sexy pictures in his phone, and within seconds of the lover's spat, he can instantly soothe his bitter soul by digitally spraying his friends' cellphones with her racy shots.
Even if he sobers up the next day and says he's sorry, each of his teammates has feasted on her personal porn. Eventually, they tell two friends? and so on... and so on.
It goes without saying this is more of a problem for girls than boys, as sexual "reputations" are mostly damaging to one teenage gender.
While the rumor mill can eventually die away, sexting leaves permanent evidence, and it can be devastating. In fact, girls caught up in its blowback have reportedly been ostracized, taunted, and even physically assaulted.
In one girl's case, her mother said it led to suicide.
(Zitat von hier)

Labels: , , , , , ,

10.9.08

Sexuelle Verwahrlosung bei Kindern?

Im Buch "Deutschlands sexuelle Tragödie" beschreiben die Autoren das, was ihrer Meinung nach auf deutschen Schulhöfen und vor allem in deutschen Sozialwohnungen heute bittere Wahrheit ist:
Mädchen haben im Schnitt zwischen elf und zwölf Jahren das erste Mal Geschlechtsverkehr, Jungen nur ein Jahr später, Aufklärung findet über Pornos statt, die Pärchen auf dem Schulhof küssen sich nicht mehr, weil sie das im Porno nicht gezeigt bekommen, Zwölfjährige haben Gruppensex, der Partnerwechsel wird unter Teenagern zur sportlichen Herausforderung, Verhütung spielt kaum eine Rolle.
Die Hauptursache seien ...
[...] einschlägige Internetseiten, Filme und nicht zuletzt [...] das enthemmte Verhalten ihrer Eltern [...]. Viele Kinder, vor allem die der ?sogenannten Unterschicht?, hätten schon früh ein Drehbuch zum Sex im Kopf, der Sex werde zur Droge, ?die fehlende Liebe und Geborgenheit und Werte ersetzt?. Perspektivlosigkeit, das Gefühl, nichts wert zu sein, befördere den Trend, Bestätigung in der Sexualität zu suchen, erläutert Siggelkow.
Auch die deutschen Behörden und die meisten anderen Studien ein deutlich positiveres Bild zeichnen, so sehe ich hier eine Entwicklung, die unsere Gesellschaft ebenso treffen wird, wie sie bereits die Amerikanische getroffen hat (siehe Buchlinks unten).

Unsere Kinder werde wir wohl nur durch
- sexuelle Aufklärung
- Wertevermittlung
- Medienkompetenz
- Selbstbewusstsein
vor Fehlern bewahren können. Dabei geht es mir nicht darum Sex zu Dämonisieren, sondern meinen Kinden ausreichend Zeit und Verständnis zu geben um neben einer körperlichen Reife auch eine geistige Reife zu entwickeln. Diese scheint mir die Grundlage für einen "gesunden" Umgang mit Sexualität zu sein. Was auch immer das heißt. Gruppen- und Leistungsdruck, sowie Suchtverhalten gehören jedenfalls nicht dazu.

Die Protagonistin aus Charlotte Roches Feuchtgebiete könnte durchaus das Opfer einer solchen sexuellen Überforderung sein. Frau Roche hat durch ihr Alter und Ihre Arbeit bei den Jugendsendern sicher den Finger am Puls der Zeit. Und wer sich die täglichen Nachmittags- und Vorabendshows auf MTV und VIVA reinzieht, weiß, dass es im Leben eh nur einen geilen Arsch, Muskeln und sexuelle Höchstleistung zu gehen scheint. Ja und witzig, intelligent (aber nicht zu anstrengend) und irgendwie süüß steht noch auf der Dating-Checkliste. Und wer "schon mal im Vorstellungsgespräch Sex hatte", startet gleich mit Coolness-Punkten um die Bitch des Tages.

Äh, Bitch ist ja bereits old school. Heute ist man ja eine Slut und stolz drauf. So wie viele 12-jährige Mädels (in Amerika).

Links:
>> welt.de: Gruppensex mit zwölf und von Pornos aufgeklärt
>> Pornified: How Pornography Is Transforming Our Lives, Our Relationships, and Our Families

Labels: , , ,

26.2.08

Sex-Bücher für meine Kinder

Zwei Bücher, die ich meinen Kindern sicher einmal vorlegen werden (nachdem ich sie gelesen habe). Ich hoffe, wir Eltern haben aber auch schon vorher bei den Themen "richtiges" Körperbewusstsein und Sexualität/Sex nicht völlig versagt.

Nachtrag (23.06.2008):
Habe Feuchtgebiete jetzt gelesen. Meine Meinung: Nicht die Aufregung wert. Teilweise unfreiwillig komisch. Mit Sicherheit kein Augenöffner. Ich bin mir nicht einmal sicher ob und was meine Kids davon lernen könnten. Ich befürchte nichts Positives. Dafür ist die Protagonistin einfach zu verstört und verbittert. Wenn Charlotte Roche mit diesem Buch eine Message verbinden wollte, dann wäre diese (für mich) leichter zu entdecken gewesen, hätte sie nicht ganz so dick aufgetragen.

Labels: , , ,

25.6.07

Sexual Power for Women - Selbstbewusstsein verhindert Frust

Nicht gerade ein Buch für die sexuelle Früherziehung aber etwas, das ich meinen Mädels in die Hand drücken werde, wenn sie ihre ersten sexuellen Erfahrungen mit Partnern machen (oder kurz davor stehen):

Sexual Power for Women von Georgeann Cross aus dem Jahre 1997

Links:
>> Website zum Buch (inkl. Download)
>> Auszüge und Kommentare

Als Mann stehe ich dem Inhalt etwas zwiespältig gegenüber, schließlich geht es darum, die sexuelle Macht (und nicht nur diese) über den männlichen Partner zu erlangen. Zudem bin ich mir nicht sicher, ob der von Georgeann Cross vorgeschlagene Weg überhaupt zum Ziel führt. Wer weiß schon, was Kerlen in 10 Jahren noch peinlich ist. Schamgefühl ist schon heute nicht mehr verbreitet. Omnipräsente Pornographie im Internet verändert unsere Gesellschaft zudem.

Ich bezweifle Frau Cross' Annahme, dass die ersten sexuellen Erfahrungen , den späteren Lebens- und Liebensweg nachhaltig beeinflussen. Mir ist ohnehin etwas anderes wichtig. Als Vater wäre es mir zumindest ein beruhigende Gefühl, wenn meine Töchter nach der Lektüre des Buches die männliche Psyche und den männlichen Körper besser kennen und verstehen - letztlich mit dem Ziel den ganzen Kerl in gewissen Grenzen zu kontrollieren. Es ist nicht nur gut zu wissen, dass man als Frau immer am längeren Hebel sitzt, sondern auch wie man diese Macht nutzen kann. Ein Satz, den ich an anderer Stelle einmal gelesen hab, passt hier gut: "Hey Jungs, begreift bitte: Jede Frau kann Sex haben, wenn sie will. Jede!"

Ein starkes Selbstbewusstsein ist - auch in sexueller Hinsicht - ein wichtiger Baustein eines zufriedenen Lebens.

Labels: , , , ,

19.11.06

Bessere Noten mit Sex

Man sollte nicht mehr Essen als man Sex hat. Das ist sicher eine klasse Diät. Mein Thema ist aber ein anderes. Ich lese gerade in der FAS, dass das Vertrauenshormon Oxytocin vor Prüfungen und Vorträgen beruhigend wirkt. Das Besondere: Oxytocin wird vor allem beim Sex mit einem geliebten Partner ausgeschüttet und die Wirkung des Kuschelhormons sogar einige Tage anhält:

Der Wissenschaftler [Stuart Brody von der University of Paisley] ließ 24 Frauen und 22 Männer Tagebuch über Ihre sexuellen Aktivitäten führen - und setzte sie schließlich einem Stresstest aus: Sie mussten einen Vortrag halten und Rechenaufgaben lösen, immer unter Zeitdruck und immer an der Grenze ihrer Fähigkeiten. Die Stressreaktion wurde über den Blutdruck gemessen. Das Ergebnis: Die Probanten, die vor dem Stresstest Sex gehabt hatten, waren entspannter, der Blutdruck stieg weniger stark an und normalisierte sich schneller.

Das wäre zumindest ein gutes Argument für ein sexuell ausgefülltes Studentenleben. Ja und wenn ich es mir recht überlege, dann hat Heike auch ein ziemlich stressiges Leben als Hausfrau und Mutter von zwei Töchtern. Mal sehen, was ich für sie tun kann...

Labels: ,

24.3.06

Porn 2.0 und Gruppendruck

Eigentlich war ich heute auf der Suche nach dieser Sichtweise auf mySpace und Web 2.0 (eine Sichtweise, wie sie nur "normale Menschen" haben, die noch nicht - so wie ich - völlig verinternettet sind). Gefunden habe ich aber dann das hier: The Internet is for Porn (Musical meets World of Warcraft - lustig, sehenswert und ziemlich jugendfrei, wenn man kein Englisch versteht).



Wenn man dann zuendegegrinst hat, darf man offen zugeben, dass die Aussage einer gewissen Wahrheit nicht entbehrt. Das meiste Geld im Internet wurde jeher mit Sex verdient. Und das wird wohl auch so bleiben, wenn nicht bald Poker und Co. die Spitze übernehmen.

Schon der VHS Videorecorder hat seinen Siegeszug in den Privathaushalten zu einem guten Teil der Verfügbarkeit von zu leihenden und zu kaufenden Pornos zu verdanken. Und um zwei aktuelle Entwicklungen aufzunehmen: Bei Podcasts übersteigt die Nachfrage nach "Erotikinhalten" bei weitem das Angebot. Und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 16 tauschen auf dem Schulhof derzeit mit ihren Handies und PSPs bevorzugt Gewaltvideos und Pornos. Ein Mädchen: "Klar ist das eklig, aber wenn man dazugehören will, dann tauscht man auch."

Was tun? Dass Pornos und Gewalt "nicht gut" sind, ist klar. Bei Erwachsenen verändern sie das bestehende Wertegefüge. Bei Jugendlichen beeinflussen sie massiv die Entstehung eines solchen.

http://www.heike-und-stefan.de/stefan/peerstep.jpgWahrscheinlich gilt auch hier:
  • Eigenes Wertesystem vorleben
  • Aufklären und Hinterfragen
  • Hilfe zur Selbsthilfe (z.B. wie widerstehe ich Gruppendruck [1], [2], ...)
  • Grenzen ziehen und kontrollieren


Ein Buch, dass ich noch nicht gelesen habe, das aber lesenswert sein soll: Pornified: How Pornography Is Transforming Our Lives, Our Relationships, and Our Families von Pamela Paul. Steht übrigens auf meiner Amazon Wishlist.

Labels: , , , ,